CMD Craniomandibuläre Dysfunktion

Was ist CMD?

Die „Craniomandibuläre Dysfunktion“ oder kurz CMD ist ein Begriff, der eine Vielzahl von Symptomen und Funktionsstörungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur einschließlich der mit ihnen verbundenen Gewebe umfasst.

Wie äußert sich CMD?

Die Schmerzen werden häufig lokal in den Kiefergelenken und den Kaumuskeln empfunden, vor allem beim Beißen, Kauen, Schlucken und Sprechen. Es kommt zu Gelenkgeräuschen von leichtem Klicken bis hin zum lauten Knacken, gewöhnlich in Verbindung mit Mundöffnungs- und Schließbewegungen. Des Weiteren treten Bewegungseinschränkungen auf. Ohrenschmerzen, Verspannungen der Kaumuskulatur und übermäßiges Knirschen und Pressen im Zahnbereich mit vermehrter Abnutzung des Zahngewebes können weitere Beschwerden sein. Die häufigsten Symptome sind Kopfschmerzen und Nackenbeschwerden. Jede Altersgruppe vom Kind bis ins hohe Alter kann betroffen sein.

Ursachen

Die Ursachen von CMD können in drei Bereichen zu finden sein:

  • Okklusal-anatomisch
    bezieht sich auf Veränderungen in der Verzahnung, des Bisses sowie des Kieferskelettes.
  • Muskuloskelettal
    bezieht sich auf Veränderungen von Gelenken, Muskeln und Nerven.
  • Psychosozia
    bezieht sich auf Stressfaktoren und Ursachen sozialer Natur etwa im Bereich Familie, Beruf und anderen Lebensbereichen.

Physiotherapeuten untersuchen bei der CMD-Behandlung vorwiegend die Funktionsweise von Muskeln und Gelenken. In einem ausführlichen Gespräch werden die Symptome und die Vorgeschichte erfragt sowie andere medizinische Befunde und Faktoren wie Beruf, Freizeitaktivitäten und Vorstellungen des Patienten mit einbezogen. Der Physiotherapeut untersucht die aktiven und passiven Bewegungen des Kiefergelenks auf vielfältige Weise. Die Analyse der insgesamt gewonnenen Information aus dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung werden analysiert, mit dem Patienten besprochen und in eine zielgerichtete Therapie umgesetzt.

Therapie

Die Therapie kann passive Techniken sowie aktive therapeutische Übungen z. B. zur Verbesserung der Gelenkbewegung umfassen. Jeder Patient bekommt zudem Tipps und Übungen mit, die er zu Hause anwenden kann.

Ziele der Physiotherapie bei CMD:

  • Funktionsverbesserung der gestörten Unterkieferbewegung
  • Besserung der gestörten Muskelfunktion, Entspannung und Rekoordination der Muskulatur
  • Schmerzreduktion durch Regulierung der schmerzhaften Muskelspannung
  • Wiedererlangung der Muskelbalance im Kieferbereich

Verordnung erhalten

Der behandelnde Zahnarzt oder Arzt stellt die Diagnose, legt das Behandlungsziel fest und stellt dann eine Heilmittelverordnung für „Manuelle Therapie“ und/oder „Krankengymnastik“ und z.B. „heiße Rolle“ aus.

Wer kann CMD behandeln?

Physiotherapeuten erwerben das Grundwissen zur Behandlung von CMD in ihrer Ausbildung. Spezielle Fortbildungen bieten ferner die ideale Voraussetzung, eine qualifizierte CMD-Behandlung anbieten zu können.

Quelle: Patienteninformation/Flyer des IFK